Trailer Wir sind jung. Wir sind stark.

Deutschland 2014

128 Minuten | FSK 12 | empfohlen ab 15 Jahren

 

In der Nacht vom 24. auf den 25. August 1992 setzten mehrere hundert Jugendliche im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen ein Asylbewerberheim in Brand. Vor fünf Jahren begann der deutsche Filmemacher Burhan Qurbani, Jahrgang 1980, sich mit diesem Thema  zu beschäftigen. Gleichwohl erzählt er, Sohn afghanischer Einwanderer, eine fiktive Geschichte, die aber auf penibel recherchierten Fakten basiert. Sein Film ist ebenso souverän wie kunstvoll. Der Regisseur erweckt Figuren zum Leben, bedient keine Vorurteile und speist das Publikum nicht mit scheinbaren Gewissheiten und einfachen Wahrheiten ab. Zur ungeheuren Wirkung des Werks tragen auch die grandiosen schauspielerischen Leistungen bei. Jonas Nay zeigt Stefan, der als erster einen Brandsatz wirft, als eine Person, zerrissen zwischen Empathie und Aggressivität, Ekstase und Gewissensbissen.


Deutschland 1992: Nach überstürzter Wiedervereinigung und heftigem Konsumrausch herrscht Katerstimmung. Stefan, der Sohn eines Lokalpolitikers, hat jeden Lebensmut verloren. Im Schutz seiner Clique treibt er dem Abend entgegen. Die Vietnamesin Lien lebt mit ihrer Familie in einem Plattenbau gleich neben dem Asylbewerberheim. Trotz der aufgeheizten, ausländerfeindlichen Stimmung ihrer Nachbarn weigert sie sich, ihren Bruder zurück nach Vietnam zu begleiten. Was beide Gruppen in dieser Nacht zu Todfeinden macht, umkreist der Film mit großer Sensibilität.

R: Burhan Qurbani | B: Burhan Qurbani & Martin Behnke | K: Yoshi Heimrath| D: Jonas Nay (Stefan), Joel Basman (Robbie), Saskia Rosendahl (Jennie), Paul Gäbler (Goldhahn), Devid Striesow (Stefans Vater), Trang Le Hong (Lien), Aaron Le (Minh), Larissa Fuchs (Katrin)