Trailer Mein Herz tanzt

Israel, Frankreich, Deutschland 2014

104 Minuten | FSK 6 | empfohlen ab 14 Jahren

 

Der neue Film von Eran Riklis (LEMON TREE, DIE SYRISCHE BRAUT) erzählt von einem palästinensischen Schüler in einem jüdischen Internat. Ganz unaufgeregt schildert er den Versuch einer jungen Generation, ein normales Leben unter nicht gewöhnlichen Umständen zu führen. Riklis‘ Könnerschaft besteht dabei nicht zuletzt darin, den gesellschaftlichen Kontext stets präsent zu halten, aber nicht aufdringlich oder gar lehrhaft in den Vordergrund zu spielen. Wie tief der gesellschaftliche Graben geht und wie fest der strukturelle Rassismus selbst in israelischer Literatur sitzt, zeigt er mit abgeklärter Lakonie, aber ohne Bitterkeit.

Als der hochintelligente pälastinensische Junge Eyad Ende der 1980er Jahre die Aufnahmeprüfung an einem jüdischen Eliteinternat in Jerusalem besteht, sehen seine Eltern darin eine einmalige Chance. Sogar der einst rebellische Vater hat Bildung als wirksamste Grundlage für Veränderung erkannt. An der Schule wird Eyad nach anfänglichen Spötteleien schnell integriert. Er verliebt sich in seine Mitschülerin Naomi, doch die Beziehung muss geheim bleiben, da sie um den Rassismus ihrer Eltern weiß. Zugleich findet Eyad in dem Juden Yonatan einen engen Freund. Yonatan leidet an Muskelschwund, ist an den Rollstuhl gefesselt und auf seine Weise ebenso ein „integrierter Außenseiter“wie er selbst.

DANCING ARABS | R: Eran Riklis | B: Sayed Kashua nach einem eigenen Roman | K: Michael Wiesweg | D: Tawfeek Barhum (Eyad), Yaël Abecassis (Edna), Michael Mushonov (Yonatan), Ali Suliman (Salah, Eyads Vater), Danielle Kitzis (Naomi), Razi Gabareen (Eyad, jung)