Wir Wunderkinder

BRD 1958

107 Minuten | FSK 12

 

Einer der ambitioniertesten deutschen Filme der Nachkriegszeit, da er sich – erst 13 Jahre nach Kriegsende – auf satirische Weise mit der deutschen NS-Vergangenheit (den Holocaust aber ausklammernd) auseinandersetzt. Zudem handelt es sich dabei um eine der wenigen deutschen Produktionen aus diesem Jahrzehnt, die auch international wahrgenommen wurden (Golden Globe). Kurt Hoffmanns vielfach ausgezeichnete Satire über Opportunismus und Vorteilsnahme ist eine bissige filmische Revue über die deutsche Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von 1913 bis 1955. Die Kabarettisten Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller verbinden in einer Kino-im-Kino-Rahmenhandlung als Stummfilmerzähler und Pianist Kinogeschichte mit Zeitgeschichte und machen die Satire zur Moritat.

Unterschiedlicher könnten die zwei Klassenkameraden nicht sein: Bruno Tiches wandelt sich vom schneidigen Naziführer zum erfolgreichen Geschäftsmann der Wirtschaftswunderzeit. Hans Boeckel hingegen erlebt mangels brauner Gesinnung private und berufliche Rückschläge. Erst nach Kriegsende kann er seinen Beruf als Journalist wieder ausüben.

R: Kurt Hoffmann | B: Heinz Pauck, Günther Neumann nach dem Roman von Hugo Hartung | K: Richard Angst | D: Hansjörg Felmy (Hans Boeckel), Robert Graf (Bruno Tiches), Johanna von Koczian (Kirsten Hansen), Elisabeth Flickenschildt (Mary), Ingrid van Bergen (Evelyne)