Trailer Blau ist eine warme Farbe

Frankreich, Belgien, Spanien 2013

177 Minuten | FSK offen

 

Basierend auf dem gleichnamigen, in Frankreich erfolgreichen Comicroman von Julie Maroh, inszenierte Kechiche diese hochemotionale, tief berührende dreistündige Liebesgeschichte, die gerne noch länger hätte dauern können. Die Kamera saugt sich auf den Gesichtern der beiden exzellenten Hauptdarstellerinnen regelrecht fest und registriert jede Regung, jede Emotion genauestens. Die expliziten Sexszenen erscheinen nie pornographisch oder voyeuristisch, sondern erzählen ganz einfach das über die beiden Liebenden, was man wissen muss.

Die Schülerin Adèle will eines Tages Lehrerin werden. Alles andere steht auf wackligen Beinen. Eine kurze Affäre mit einem Jungen führt nirgendwohin. Die Komplimente einer Mitschülerin, die sie kurz küsst, wecken dagegen eine unausgesprochene Sehnsucht in der jungen Frau, die sich nach einer ersten Enttäuschung erst erfüllt, als sie einen schwulen Freund in einen Gay-Club begleitet und Emma kennenlernt, eine selbstbewusste, etwas ältere Künstlerin mit blaugefärbten Haaren. Aus einer heißblütigen Affäre wird im Lauf der Zeit eine großartige, erwachsene, leidenschaftliche Liebe. Doch irgendwann zieht die Gewohnheit ein und schließlich der Frust: Adèle, zwischenzeitlich engagierte Literaturstudentin, fühlt sich von der dominanten und ehrgeizigen Emma in die Hausmütterchenrolle gedrängt und fremdelt in deren großbürgerlichem Freundeskreis. Die Frauen müssen sich eingestehen, dass das gegenseitige Begehren nicht mehr ausreicht ...

Goldene Palme (bester Film), Cannes 2013 - erstmals ging die Auszeichnung nicht nur an den Regisseur, sondern auch an die beiden Hauptdarstellerinnen

R: Abdellatif Kechiche | B: Abdellatif Kechiche & Ghalia Lacroix nach dem Comic von Julie Maroh | K: Sofian El Fani | D: Adèle Exarchopoulos (Adèle), Léa Seydoux (Emma), Jeremie Laheurte (Thomas)