Trailer 12 Years a Slave

USA 2013

135 Minuten | FSK 12

 

„Steve McQueen (SHAME, HUNGER) ist es als Brite gelungen, einen der relevantesten filmischen Beiträge zur Aufarbeitung amerikanischer Geschichte zu realisieren und ebenso einen der herausragendsten Filme dieses Jahres überhaupt“ (programmkino.de). Neun Oscar-Nominierungen sprechen eine klare Sprache und unter Journalisten gilt Steve McQueens Werk als der ganz große Favorit! 12 Years A Slave ist ein ebenso berührendes wie intellektuell anspruchsvolles Kinoereignis, ungemein differenziert in seiner Erzählung. Der britische Schauspieler Chiwetel Ejiofor brilliert als Solomon in seinem ausgewogenen Porträt eines Mannes, der in einer aussichtslos scheinenden Lage mit dem Wahnsinn und um seine Menschenwürde ringt. Dem Film gelingt, was nicht viele Histo­ri­en­filme von sich behaupten können: Er stellt ein außer­ge­wöhn­li­ches Einz­el­schicksal in den Mittel­punkt und erzählt doch vom grausamen Ausmaß eines ganzen Unrechts­sys­tems. Was man dem Film vorwirft, aber sicherlich problemlos verzeihen kann: Die teils etwas zu dramatische Filmmusik von Hans Zimmer und seine Konventionalität. Aber ohne diese gewinnt man eben auch keine Oscars.

Solomon Northup ist ein lebenslustiger, glück-licher Familienvater, ein geachtetes und respektiertes Mitglied der Gesellschaft Neu-Englands. Ein stolzer Mann, ein freier Mann! Als zwei Showbetreiber ihn anwerben, mit ihnen nach Washington D.C. zu fahren, um dort gegen Geld Violine zu spielen, lässt sich Solomon arglos mit den Weißen ein. Die jedoch machen ihn betrunken und verkaufen ihn an einen Sklavenhändler aus dem Süden. Eine gängige Praxis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem per Gesetz neue Sklaven-Importe aus Afrika unterbunden wurden. In der Folge wurde der Nachschub aus den Nordstaaten organisiert. Nach dem ersten Aufbegehren fügt sich Solomon schnell in das servile, demütige Leben als Sklave ein. Zunächst gerät er an den gemäßigten Master Ford, der in ihm durchaus das Besondere erkennt. Doch als Solomon mit einem Aufseher aneinandergerät, der ihn daraufhin lynchen will, ist Feingeist Ford unfähig, ihn zu beschützen. Statt sich gegen seinen unmenschlichen Sklaventreiber durchzusetzen, verkauft er Solomon an seinen Nachbarn Epps. Aus den Augen, aus dem Sinn. Epps, eine historisch reale Figur, ist ein „Slaver“ der alten Schule, der glaubt, seinem Menschen-Besitz etwaige Flausen mit der Peitsche austreiben zu können. Am Ende gelingt Solomon dank eines liberalen Kanadiers die Flucht von der Plantage, er kehrt in den sicheren Norden und zu seiner Familie zurück. Die anderen Sklaven überlässt er ihrem Schicksal. Solomon ist kein Kämpfer und kein Held, nur ein Mensch, der überleben will.

R: Steve McQueen | B: John Ridley nach der Autobiographie von Solomon Northup | K: Sean Bobbitt | D: Chiwetel Ejiofor (Solomon Northup), Michael Fassbender (Edwin Epps), Lupita Nyong‘o (Patsey), Brad Pitt (Samuel Bass), Sarah Paulson (Mary Epps), Alfre Woodard (Harriet Shaw), Kaszás (Vater), Attila Egyed (Polizist Géza)