Trailer Das Schwein von Gaza

Frankreich, Deutschland, Belgien 2011

99 Minuten | FSK 12

 

Dieser Film lebt von den Absurditäten auf Seiten der Palästinenser wie der Israeli. Ohne die Gewalt zu verschleiern oder für die eine oder andere Seite Partei zu ergreifen, zeigt Sylvain Estibal in dieser originellen, skurrilen und zauberhaften Farce, dass die Gemeinsamkeiten zwischen den verfeindeten Gruppen größer sind als die Unterschiede. Die hoffnungsvolle Vision am Ende mag zu naiv erscheinen, was aber dem Vergnügen an diesem Film keinen Abbruch tut.

Zu Recht ist der palästinensische Fischer Jafaar am Verzweifeln. Weil er nicht weiter als vier Kilometer vor der Küste des Gazastreifens seine Netze auswerfen darf, angelt er außer Badelatschen allenfalls mal ein paar magere Sardinen. Doch eines Tages scheint der Pechvogel fette Beute gemacht zu haben – bis er zu seinem großen Entsetzen realisiert, dass es sich bei seinem Fang um ein 110 Kilogramm schweres Hängebauchschwein handelt. Was tun mit dem unreinen Vieh? Es dem schweinefleischessenden deutschen UN-Botschafter zu verkaufen wäre eine Option, doch der rea-giert misstrauisch. Erschießen wiederum, das bringt Jafaar nicht übers Herz. Hoffnung macht ihm eine russisch-jüdische Siedlerin auf der anderen Seite des Zaunes. Doch die ist nur am Sperma des Ebers für ihre halb-legale Züchtung interessiert, denn auch für Juden sind Schweine tabu, werden aber zum Aufspüren versteckten Sprengstoffes ausgebildet. Wie soll er nur an das Sperma des Schweins gelangen? Etwa selbst Hand anlegen? Und würde er damit nicht zum Verräter seines Volkes?

LE COCHON DE GAZA | R+B: Sylvain Estibal | K: Romain Winding | D: Sasson Gabai (Jafaar), Baya Belal (Fatima), Myriam Tekaïa (Yelena), Gassan Abbas (Friseur Slim)