Fellinis Schiff der Träume

Italien, Frankreich 1983

128 Minuten | FSK 12

 

 „Fellinis musikalisch opulente, bildgroteske Vision persifliert Selbstgefälligkeit und verstellten Wirklichkeitssinn mit mehrfacher, gleichnishafter Selbstironie“ (Filmdienst). Fellini meint und inszeniert seinen Film als Menetekel, als nostalgischen Abgesang auf abendländische Kunst und ein spätbürgerliches Künstlertum. Ohnmächtig und blind in ihrer Schönheitstrunkenheit, Selbstbeweihräucherung und Berauschung am eigenen Wohlklang können die Künstler zur Apokalypse nur die Begleitmusik geben.

Der Film spielt im Juli 1914 – nach dem Attentat von Sarajevo und kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges: Die Gloria N., ein italienischer Luxusdampfer – ein fabelhaftes Kulissengeschöpf aus den römischen Cinecittà-Studios – sticht in See. An Bord ist eine illustre Kulturelite versammelt, die Asche der größten Operndiva aller Zeiten einer Seebestattung zu überführen. Während man sich drinnen aufs Unterhaltsamste mit der Produktion von Hochkultur beschäftigt (und eigentlich die eigene Karriere meint), gerät das Schiff auf offenem Meer plötzlich auf Kollisionskurs mit der politischen Realität: Schiffbrüchige serbische Flüchtlinge suchen Rettung, ein Panzerkreuzer taucht auf, verlangt die Herausgabe der Serben und entfacht eine Kettenreaktion, die das Schiff versenkt ... 

E LA NAVE VA | R: Federico Fellini | B: Federico Fellini & Tonino Guerra | K: Giuseppe Rotunno | D: Freddie Jones (Orlando), Barbara Jefford (Ildebranda Cuffari), Norma West (Lady Violet Dongby Albertini), Victor Poletti (Aureliano Fuciletto) , Peter Cellier (Sir Reginald J. Dongby), Elisa Mainardi (Teresa Valegnani)