Trailer The Cut

Deutschland, Frankreich, Polen 2014

139 Minuten | FSK 12

 

„THE CUT ist ein echtes Epos in einer Tradition, an die sich heute niemand mehr heranwagt. Fatih Akins sehr persönliche Antwort auf ein tragisches Kapitel der Weltgeschichte ist von großer Intensität, Schönheit und beeindruckender Erhabenheit. Dieser Film ist mir in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll.“ (Martin Scorsese) The Cut ist Epos, Drama, Abenteuerfilm und Western zugleich – gedreht in überwältigenden Bildern. Obwohl der Film die Welt vor 100 Jahren beschreibt, ist er brandaktuell, denn er erzählt von Krieg und Vertreibung. Aber auch von der Kraft der Liebe und der Hoffnung, die uns Unvorstellbares leisten lässt. Mit The Cut vollendet Fatih Akin seine Trilogie „Liebe, Tod und Teufel“. Ging es in Gegen die Wand (2004) um den unbedingten Lebenswillen einer jungen Deutschtürkin, die erleben muss, dass zwischen Schmerz und Liebe oft nur eine Haaresbreite liegt, so erzählte Auf der anderen Seite (2007) die Geschichte von sechs Menschen, deren Wege sich kreuzen, ohne sich zu berühren. Erst der Tod führt sie zusammen. The Cut widmet sich nun dem „Teufel“. Der Film handelt vom Bösen im Menschen, davon, was wir anderen Menschen antun. „The Cut ist ein sehr persönlicher Film geworden, der sich inhaltlich mit meinem Gewissen und formal mit meiner Liebe zum Kino auseinandersetzt“. (Fatih Akin)

Nazaret wird als Angehöriger der armenischen Minderheit in Mesopotamien während des Ersten Weltkriegs von seiner Familie getrennt und als Zwangsarbeiter in die Wüste verschleppt. Nur knapp kann er schließlich einer Hinrichtung entgehen, trägt jedoch eine schwere Verletzung der Stimmbänder davon, die ihn stumm werden lässt. Als er erfährt, dass es seiner Frau Rakel vor ihrem Tod gelungen ist, die beiden Töchter einer Nomadenfamilie zu übergeben, hofft er, die Mädchen zu finden. Die gefährliche Suche nach den Zwillingen führt ihn schließlich in den Libanon und über Kuba bis in die Vereinigten Staaten. Er begegnet an allen möglichen Orten Armeniern in der Diaspora, kann sich aber deren Unterstützung nicht immer gewiss sein ...

R: Fatih Akin | B:

Fatih Akin & Mardik Martin |  K: Rainer

Klausmann | D: Tahar Rahim (Nazaret Manoogian), Simon Abkarian (Krikor), Makram

Khoury (Omar Nasreddin), Hindi Zahra (Rakel), Trine Dyrholm (Leiterin

Waisenhaus), Lara Heller (Lucinée), Moritz Bleibtreu (Peter Edelman)



Hintergrund:
Die 1908 an die Macht gelangte nation-alistische jungtürkische Bewegung

um Talaat Pascha begann 1915 mit der Arretierung und Deportation

armenischer Intellektueller in Istanbul. Dies war der Auftakt zum

Genozid an der armenischen Minderheit. Bei Massakern und infolge von

Deportationen kamen bis 1917 zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Armenier

ums Leben. Der Völkermord wird von den meisten Armeniern noch heute als

ungesühntes Unrecht empfunden, an das sie eine angemessene Erinnerung

verlangen. Dagegen spricht sich die offizielle türkische Sichtweise aus,

welche die Deportationen als durch den Krieg genötigte

Sicherheitsmaßnahmen legitimiert und sich stark auf die damaligen

Umstände sowie die Leiden auch der muslimischen Bevölkerung zurückzieht.